X. - Die Kirchen und Kapellen von Veszprém

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Es gibt einen Spruch: „In Veszprém entweder es weht oder es läutet”. Das erste Phänomen ist den aus dem Bakony Gebirge ungehindert zur Stadt hin zuströmenden, wirklich häufigen Winden, das Glockengeläute den zahlreichen Kirchen der Stadt zu verdanken.

Die älteste bekannte Kirche der Stadt war die St.-Georgs-Kapelle, deren (im Laufe einer Ausgrabung freigelegte) Ruinen in der Burg, unter einem Schutzdach auch heute sehbar sind. In dieser kleinen Kapelle gelobte Keuschheit der Sohn von König Stephan I., der später ebenfalls heiliggesprochene Herzog Emmerich, so geht die Legende.

Veszprém székesegyzázDie wichtigste Kirche der Stadt, der Dom wurde um 1000 von Königin Gisela gegründet. Seitdem ist sie ständig in Gebrauch, obwohl sie auch mehrmals bedeutend umgebaut wurde. Zu den Umbauten kam es im Allgemeinen wegen einem Brand oder der Verschlechterung des baulichen Zustandes. Dann wurde die Kirche immer in einem dem Zeitgeschmack entsprechenden Stil erneuert. Ihr bis heute erhalten gebliebener, am frühersten gebauter Teil ist die im Jahre 1400 geweihte gotische Unterkirche. Aus der Renaissance- und Barockepoche der Kirche kann man heute beinahe kaum etwas sehen, denn sie wurde am Anfang des 20. Jahrhundert - an die Periode ihrer Gründung erinnernd - in neoromanischem Stil umgebaut.

Von den Kirchen der Arpadenzeit, die teils in der Burg, teils in den kleinen Winkeln im Schlossgrund standen, blieb nur die neben dem Bischofspalais stehende, damit zusammengebaute kleine Privatkapelle unbeschädigt erhalten. In ihrer ursprünglichen Form kennt man sie aber auch nicht, denn sie wurde im 18. Jahrhundert umgebaut. Dann erhielt sie auch den Namen Gisela-Kapelle (Gizella-kápolna). (Ihr ursprünglicher Name wurde durch die geschichtlichen Quellen leider nicht bewahrt.) Auch nur ein Teil ihrer kunsthistorischen Wert besitzenden Fresken aus dem 13. Jahrhundert blieb erhalten - man kann sie in der Kapelle bzw. in der ständigen Ausstellung des Laczkó Dezső Museums besichtigen.

Die anderen mittelalterlichen Kirchen und Kloster der Stadt wurden zur Zeit des Türkenkrieges vernichtet. Als Ruinen kann man auch heute das Veszprémvölgyer Nonnenkloster (Veszprémvölgyi apácakolostor - im Betekints Tal (Betekints-völgy)), die Sankt Nikolaus Kirche (auf dem Kreuzweghügel (Kálvária-domb)) und das Sankt Katharina Kloster (Margit-romok - unterhalb der Burg) sehen.

Im von den Türken zum Teil besetzten Transdanubien verbreitete sich schnell von Deutschland her die Reformation, die schon am Anfang des 16. Jahrhunderts Veszprém erreichte. Die Macht des in großer Anzahl protestantisch werdenden Militärs und des Bürgertums der Grenzburg zeigt es gut, dass sie 1629 auch ihre erste Kirche aufbauten, die dann auf dem Gebiet der äußeren Burg stand. Wegen der Erstarkung der Macht der Veszprémer Bischöfe mussten aber die Reformierten 1716 die Burg verlassen und weiter eine neue Kirche bauen.

Ein Teil der auch heute sehbaren und funktionierenden Veszprémer Kirchen wurde gleichfalls nach der Vertreibung der Türken, im 18. Jahrhundert (z.B. Franziskanerkirche (Ferences templom), evangelische Kirche (Evangélikus templom)), der andere Teil wurde im 20. Jahrhundert gebaut (Sankt Ladislaus Kirche (Szent László-templom), Karl Kirche (Károly-templom), Margarete Kirche (Margit-templom)).

Szent László Templom Károly templom
last modified: 2012. March 26., Monday - 09:23